Selbstbestimmter Urlaub mit YAT Reisen

Urlaub mit der Familie machen wohl die meisten von uns gerne. Doch was ist, wenn man auch mal ohne Eltern oder Geschwister die Welt entdecken möchte? Wir haben für euch eine Lösung. Dank einer Firma ist es kein Problem mehr, ganz nach deinen Vorstellungen an den verschiedensten Orten Urlaub zu machen.

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Wenn man ein Handicap hat ist es ja eher schwieriger Urlaub zu machen. Je nach Stärke und Art der Einschränkung gibt es sehr viel zu beachten, wie zum Beispiel die Barrierefreiheit des Hotels, die optimale Wahl des Verkehrsmittels, Suche nach Aktivitäten mit Rollstuhl und so weiter.
Das nächste Problem kommt auf, wenn man einen Pflegebedarf hat. Klar, in so einem Fall möchte man Personen dabei haben, die sich mit der jeweiligen Pflege auskennen und wissen, welche Hilfen benötigt werden. Meistens kann das die Familie am besten und somit verreist man eben in der Regel am liebsten mit ihnen. Dennoch würde man vielleicht gerne mal ohne das gewohnte Umfeld die Welt bereisen und Spaß haben.

Zu diesem Zweck wurde die Firma YAT Reisen gegründet. Bei ihnen kann man barrierefreie Reisen aussuchen und buchen. Dabei sind Hotel, Verkehrsmittel und Aktivitäten so ausgewählt, dass man bei der Reise keinerlei Schwierigkeiten mit dem Rollstuhl oder ähnlichem befürchten muss. Dabei verreist der gehandicapte Teilnehmer ohne Familie, sondern mit einem sogenannten “Teamer” und einer unterschiedlich großen Gruppe von Menschen mit Einschränkungen. Der Teamer oder die Teamerin ist gegebenenfalls für die Pflege, das Anreichen von Gegenständen oder Schieben des Rollstuhls zuständig. Kurz gesagt: Ein Teamer übernimmt alles, wofür der Kunde bzw. Teilnehmer während der Reise Unterstützung braucht. Wie viel Hilfe man benötigt kann am Telefon mit den Mitarbeitern besprochen werden und danach wird je nach Bedarf individuell nach einem passenden Teamer oder einer passenden Teamerin gesucht. Es gibt auch die Möglichkeit, der Teamer euch Zuhause besuchen kann, um ein Kennenlernen zu ermöglichen. Dies kostet jedoch je nach Entfernung zur Firma extra.
Die Teamer sind meistens jüngere Menschen wie zum Beispiel Studenten, die Spaß daran haben mit den Kunden Urlaub zu machen. Sie werden zuvor ausführlich durch den Verein Freizeit ohne Barrieren in vielen verschiedenen Bereichen, wie z.B Pflege, Umgang bei der Assistenz etc. geschult.

Der Unterstützungsbedarf wird in zwei Gruppen (Pflege sowie Assistenz und Betreuung) ermittelt. Diese sind jeweils in vier verschiedene Kategorien eingeteilt (A – D) in denen festgelegt ist, was für Hilfen geleistet werden können. Bei den Kategorien A – C ist es üblich, dass man sich einen Teamer mit einem anderen Teilnehmer teilt, weil der Bedarf niedriger ist. Bei Stufe D hat man einen Teamer für sich alleine. 

Körperliche Behinderungen

Bildquelle: © Yat-Reisen

Körperliche Behinderung
Geistige & mehrfache Behinderung

StufePflegeAssistenz
A
  • Leichte Hilfestellungen beim An- und Ausziehen (z.B. Herauslegen von Kleidungsstücken)
  • Vereinzelte Hilfestellungen (Unterstützung beim Anziehen einer Jacke auf einem Ausflug o. ä.)
B
  • Leichte Unterstützung beim Duschen und Waschen (z.B. Shampoo auswaschen)
  • Vollständige Unterstützung bei Morgen- und Abendhygiene (aktives Zähneputzen, Rasieren o. ä., aber kein
    vollständiges Waschen im Bett)
  • Teilweise Hilfestellungen beim An- und Ausziehen (beim Pullover über den Kopf ziehen oder Schließen von Knöpfen
    und Reißverschlüssen)
  • Teilweise Unterstützung bei Toilettengängen (z. B. Umsetzen, aber selbstständige Hygiene)
  • Hilfestellungen beim Umgang mit Inkontinenzmaterial (Anlegen von Windeln, Einlagen zur Vorsorge etc.)
  • Gelegentliches Anreichen von Gegenständen (z.B. Trinkflasche aus einem Rucksack)
  • Selbstfahrer im Rollstuhl, aber Hilfe beim Umsetzen notwendig
  • Gelegentliche Unterstützung bei der Kommunikation (undeutliche Aussprache in Stresssituationen o. ä.)
C
  • Teilweise Unterstützung beim Duschen und Waschen (z. B. in die Dusche bringen und Rücken waschen)
  • Vollständiges An- und Ausziehen
  • Vollständige Unterstützung beim Umgang mit Inkontinenzmaterial (Windelversorgung o. ä.)
  • Vollständige Unterstützung beim Toilettengang
  • Teilweise Unterstützung beim Darmmanagement und Katheterisieren (z. B. Hilfe beim Einführen des Katheters)
  • Teilweise Unterstützung beim Essen und Trinken (z.B. mundgerechtes Zerkleinern)
  • Häufiges Anreichen von Gegenständen
  • Selbstfahrer im Rollstuhl, aber Hilfe bei Steigungen, Bordsteinkanten oder ähnlichen Barrieren notwendig
  • Häufige Unterstützung bei der Kommunikation mit Dritten
D
  • Vollständige Unterstützung beim Waschen und Duschen
  • Vollständige Unterstützung beim Darmmanagement und Katheterisieren (kein digitales Ausräumen möglich)
  • Vollständige Unterstützung beim Essen und Trinken (keine Verpflegung über PEG-Sonde möglich)
  • Punktuelle Nachtbetreuung bspw. Lagern (max. 2 x in der Nacht, keine Nachtwache)
  • Generelles Anreichen und Unterstützen bei der Handhabung von Gegenständen
  • Permanente Schiebehilfe
  • Generelle Unterstützung zur Kommunikation

Quelle: https://www.yat-reisen.de/unterstuetzungsbedarf (Stand: 14.04.19)
© Yat-Reisen

StufePflegeAssistenz und Betreuung
A
  • Leichte Hilfestellungen beim An- und Ausziehen (z.B. Herauslegen von Kleidungsstücken)
  • Vereinzelte Hilfestellungen (Unterstützung beim Anziehen einer Jacke auf einem Ausflug o. ä.)
  • Unterstützung zur Strukturierung des Tagesablaufes
  • Erinnerung und Kontrolle (z. B. bei der Morgen- und Abendhygiene, beim An- und Ausziehen, beim Essen
    und Trinken, beim Darmmanagement und Katheterisieren sowie beim Umgang mit Hilfsmitteln)
B
  • Leichte Unterstützung beim Duschen und Waschen (z.B. Shampoo auswaschen)
  • Vollständige Unterstützung bei Morgen- und Abendhygiene (aktives Zähneputzen, Rasieren o. ä., aber kein
    vollständiges Waschen im Bett)
  • Teilweise Hilfestellungen beim An- und Ausziehen (beim Pullover über den Kopf ziehen oder Schließen von Knöpfen
    und Reißverschlüssen)
  • Teilweise Unterstützung bei Toilettengängen (z. B. Umsetzen, aber selbstständige Hygiene)
  • Hilfestellungen beim Umgang mit Inkontinenzmaterial (Anlegen von Windeln, Einlagen zur Vorsorge etc.)
  • Gelegentliches Anreichen von Gegenständen (z.B. Trinkflasche aus einem Rucksack)
  • Selbstfahrer im Rollstuhl, aber Hilfe beim Umsetzen notwendig
  • Gelegentliche Unterstützung bei der Kommunikation (undeutliche Aussprache in Stresssituationen o. ä.)
  • Unterstützung zur Orientierung in der Unterkunft und der Unterkunftsumgebung
  • Anleitung und Kontrolle (bspw. bei der Morgen- und Abendhygiene, beim An- und Ausziehen, beim Essen
    und Trinken, beim Darmmanagement und Katheterisieren sowie beim Umgang mit Hilfsmitteln)
C
  • Teilweise Unterstützung beim Duschen und Waschen (z. B. in die Dusche bringen und Rücken waschen)
  • Vollständiges An- und Ausziehen
  • Vollständige Unterstützung beim Umgang mit Inkontinenzmaterial (Windelversorgung o. ä.)
  • Vollständige Unterstützung beim Toilettengang
  • Teilweise Unterstützung beim Darmmanagement und Katheterisieren (z. B. Hilfe beim Einführen des Katheters)
  • Teilweise Unterstützung beim Essen und Trinken (z.B. mundgerechtes Zerkleinern)
  • Häufiges Anreichen von Gegenständen
  • Selbstfahrer im Rollstuhl, aber Hilfe bei Steigungen, Bordsteinkanten oder ähnlichen Barrieren notwendig
  • Häufige Unterstützung bei der Kommunikation mit Dritten
  • Gelegentliche Hilfestellung zur Regulierung von Emotionen
  • Hilfe zur Einschätzung gefährlicher Situationen (z.B. beim Überqueren der Straße oder richtigen Verhalten
    an Gewässern)
D
  • Vollständige Unterstützung beim Waschen und Duschen
  • Vollständige Unterstützung beim Darmmanagement und Katheterisieren (kein digitales Ausräumen möglich)
  • Vollständige Unterstützung beim Essen und Trinken (keine Verpflegung über PEG-Sonde möglich)
  • Punktuelle Nachtbetreuung bspw. Lagern (max. 2 x in der Nacht, keine Nachtwache)
  • Generelles Anreichen und Unterstützen bei der Handhabung von Gegenständen
  • Permanente Schiebehilfe
  • Generelle Unterstützung zur Kommunikation
  • Ständige Begleitung tagsüber (aufgrund eines auffälligen Sozialverhaltens o. ä.)
  • Häufige Hilfestellungen zur Regulierung von Emotionen (Teilnehmer, die sich fremdaggressiv gegenüber Personen
    oder Gegenständen verhalten, können nicht an den Reisen teilnehmen. Ebenso Teilnehmer, die sich stark
    autoaggressiv, z. B. bei einer Borderline-Störung, verhalten.)

Quelle: https://www.yat-reisen.de/unterstuetzungsbedarf (Stand: 14.04.19)
© Yat-Reisen

Die Reisen werden je nach Einschränkung und Alter wie folgt aufgeteilt:

Geistige und mehrfache Einschränkungen: 6 – 13 Jahre, 13 – 20 Jahre, 20 – 35 Jahre und 20 – 99 Jahre
Körperliche Einschränkungen: 6 – 13 Jahre, 13 – 20 Jahre, 20 – 35 Jahre
Je nach Wahl unterscheidet sich Reisedauer, Zimmerverteilung, Aktivitäten, Gruppengröße und manchmal auch das Reiseziel. Wenn alles fertig gebucht ist und ihr einen festgelegten Teamer habt, wird noch besprochen, wo ihr euch trefft. Nun bleibt noch die Frage, wie man solche Reisen am besten finanzieren kann. Die Reisen können (müssen aber nicht) über die Krankenkasse abgerechnet werden.
Dazu kann man drei verschiedene Budgets nutzen: Verhinderungspflege, Entlastungsbetrag und Kurzzeitpflege. Da die Assistenz und Pflege viel kostet, ist dies eine gute Möglichkeit, um die Reise bezahlbar zu halten. Die Abrechnung erfolgt in drei Schritten. Als Erstes entscheidet man sich vor der Buchung für ein Budget, über das die Kosten übernommen werden sollen und beantragt dies bei der Krankenkasse. YAT hilft wenn nötig auch dabei. Nach der Reise bekommt man dann die Rechnung, die man einreichen muss. Die Kasse überweist danach den Betrag, den ihr erstattet bekommt, direkt auf euer Konto. Es besteht darüber hinaus noch die Möglichkeit einer Direktabrechnung mit der Krankenkasse, bei der man nicht in Vorleistung gehen muss. Das bietet den Vorteil, dass YAT selbst in Vorleistung geht und den Restbetrag später von der Krankenkasse wieder bekommt. Des Weiteren muss man nur den entstehenden Eigenanteil vorab zahlen. Das Einzige ist, dass YAT Reisen bei dieser Methode eine Gebühr von 30 € erhebt aufgrund des Verwaltungsaufwandes und diese Option nicht grenzenlos in Anspruch genommen werden kann, weil sie nur ein begrenztes Budget haben, um in Vorleistung gehen zu können.


Wir betrachten das ganze als eine großartige Sache! 

Wir wünschen euch viel Spaß, falls ihr euch demnächst für eine YAT Reise entscheidet!

Hier könnt ihr euch noch näher informieren und auch buchen: https://www.yat-reisen.de/

Textquelle:yat-reisen.de

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